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Neonatale Entzugssymptomatik - Aufnahme und Verarbeitung

Aufgrund der guten Aufnahme und Verteilung der Morphinderivate im fetalen Gewebe bekommen ca. 80-90% der Kinder heroinabhängiger Mütter, auch nach mütterlicher Substitution mit Methadon, nach der Geburt eine behandlungsbedürftige Entzugssymptomatik. Die Symptome treten in der Regel 40-60 Stunden nach Geburt auf, ein maximaler Entzugsscore wird nach 92 Stunden beschrieben. Allerdings ist ein spätes Auftreten der Entzugssymptomatik in Einzelfällen auch noch nach 10 und 13 Tagen möglich. Pränatale Einnahme von z.B. Barbituraten kann ein neonatales Entzugssandrom kuppieren.

75-100% 25-75% <25 %
Zittrigkeit Trinkschwierigkeiten Fieber
Irritabilität Erbrechen Krämpfe
Hyperaktivität Durchfälle  
Muskuläre Hypertonie Niesen  
Kurze Schlafphasen Tachypnoe  
Schrilles Schreien Schwitzen  
Übermäßiges Saugen    

Tabelle 1

Art und Häufigkeit der verschiedenen Symptome sind in Tabelle 1 aufgeführt.

Als weitere, jedoch eher seltener auftretende Symptome werden beim Neugeborenen postnatale Atemstörungen, insbesondere in zeitlicher Abhängigkeit zur letzten präpartalen mütterlichen Opiateinnahme, ein transitorischer Pendelnystagmus, und eine methadoninduzierte Thrombozytose beschrieben. Außerdem besteht ein erhöhtes Risiko für den plötzlichen Kindstod.

Es gibt Hinweise darauf, dass die Stärke und Dauer des neonatalen Drogenentzuges mit der Dosis der mütterlichen Heroin- oder Methadoneinnahme korrelieren.

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