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Geburt und Drogenentzug des Kindes

Nach der Geburt muss das Neugeborene fast immer zum Entzug in einer Kinderklinik aufgenommen werden. Dadurch wird der Aufbau einer Beziehung zwischen Mutter und Kind in einer besonders emotionalen Phase („bonding“) erschwert.

Viele geburtshilfliche Kliniken sind bemüht, die in medizinischer und sozialer Hinsicht auffällige Frau zügig zu entlassen, da Sorge besteht, dass der „Stationsfrieden“ durch die drogenabhängige Frau gestört werden könne. Aus den gleichen Gründen versuchen die das Neugeborene betreuenden Kinderkliniken nicht selten, die stationäre Mitaufnahme der Mutter in der Kinderklinik zu verhindern, wobei die Mutter zumeist auch nicht dazu in der Lage ist, einen eventuell erhobenen Mitaufnahmezuschlag zu entrichten.

In das häusliche Milieu entlassen, fallen viele Mütter häufig wieder in ihren an der Suchtmittelbeschaffung orientierten Tagesablauf zurück, die Besuche beim Kind finden dann nur unregelmäßig statt. Es gibt jedoch auch andere Gründe, die die Mutter trotz Motivation daran hindern, ihr Kind täglich zu besuchen. Da aufgrund der Funktion einer Kinderklinik als Regionalversorger häufig größere Entfernungen zwischen Wohnort und Kinderklinik zu überwinden sind, hat die Mutter oft schlichtweg nicht das Geld für eine Bus- oder Zugfahrkarte übrig. Ein Auto steht zumeist auch nicht zur Verfügung.

Die Beziehung der drogenabhängigen Mutter zu ihrem Kind bleibt deshalb auch nach der Schwangerschaft ambivalent. Wenn eigene negative Beziehungserfahrungen mit primären Bezugspersonen vorliegen, so ist die Entwicklung der Beziehung zum eigenen Kind schon dadurch belastet. Das Gefühl, mit der neuen Situation als Mutter überfordert zu sein und das Empfinden im Angesicht der Schwere der kindlichen Entzugssymptomatik, eine schlechte Mutter zu sein, führen nicht selten dazu, dass die Mutter wieder frühzeitig zu Drogen greift Bei drogenabhängigen Frauen, die gerade Mütter geworden sind, treten gehäuft Angststörungen und depressive Verstimmungen auf. Die Frauen fühlen sich in ihrer Mutterrolle minderwertig und erleben das Pflegepersonal als übermächtige Konkurrenz im Bemühen darum, dem Kind Gutes zu tun.